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Bessere Zahnvorsorge für Kleinkinder


© Yuliya Evstratenko/Shutterstock.com

Kampf der Karies! Das gilt nach dem neuesten Beschluss des G-BA bald auch vermehrt für Kleinkinder unter 3 Jahren. Denn mit den neu geplanten Kassenleistungen wird das Milchgebiss noch effektiver vor frühkindlicher Karies geschützt.

Fluoridlack auf Kasse ab dem 6. Monat

Zahngesundheit fängt schon im frühesten Kindesalter an. Doch Zähneputzen allein reicht nicht – gut, wenn der Zahnarzt regelmäßig das Milchgebiss kontrolliert. Bisher haben die Krankenkassen Vorsorgemaßnahmen und zahnärztliche Früherkennung für Kinder erst ab 3 Jahren übernommen. Jetzt hat der Gemeinsame Bundesausschuss das Angebot ausgeweitet und erstmals auch die Kleinkinder unter 3 Jahren mit einbezogen.

Diese zahnärztlichen Früherkennungsleistungen sind neu:

  • Jedes Kind hat ab dem Alter von 6 Monaten bis zum 34. Lebensmonat Anspruch auf insgesamt 3 Termine zur zahnärztlichen Früherkennung. Diese Termine sind zeitlich auf die U-Untersuchungen abgestimmt. Der Anspruch auf 3 weitere Früherkennungstermine vom 34. Lebensmonat bis zum 6. Lebensjahr bleibt bestehen.
  • Beratung inklusive: Bei den neu eingeführten Früherkennungsterminen sollen die Zahnärztinnen und Zahnärzte die Betreuungspersonen der Kinder in Bezug auf Zahn- und Mundgesundheit aufklären und Zahnputzgewohnheiten sowie Fluoridierungsmaßnahmen erfragen.
  • Fluoridlack zur Härtung des Zahnschmelzes wird für Kinder zwischen dem 6. und dem 34. Lebensmonat ebenfalls Kassenleistung – und zwar zweimal pro Kalenderhalbjahr und unabhängig von kariösen Läsionen.

Frühestens ab 1. Juli 2019

Der Beschluss wird dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt und tritt nach Nichtbeanstandung und Veröffentlichung im Bundesanzeiger, frühestens jedoch am 1. Juli 2019, in Kraft. Bevor die neuen Leistungen erbracht werden können, muss jedoch der Bewertungsausschuss über die Höhe der Vergütung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen (BEMA) entscheiden.

Quelle: Pressemeldung Gemeinsamer Bundesausschuss 2/2019

Autor: Dr. med. Sonja Kempinski

Masern auf dem Vormarsch


© ADfoto/Shutterstock

Seit Entwicklung der Schutzimpfung im 18. Jahrhundert konnten viele Leben gerettet werden. Doch aktuell sinken die Impfquoten und parallel steigt die Zahl an Betroffenen, die sich mit einer ansteckenden Krankheit wie Masern infizieren.

Erhöhtes Risiko bei niedriger Impfquote

Über 82.000 Masernerkrankungen wurden im Jahr 2018 in der WHO-Europaregion gemeldet, zwei Drittel der Betroffenen mussten ins Krankenhaus. Zum Vergleich: im Vorjahr lag die Zahl der Erkrankungen noch bei 26.000. In einem Jahr ist somit die Zahl der Masernerkrankungen um das Dreifache angestiegen. Dabei waren hauptsächlich Ländern mit einer geringen Impfquote von unter 50 Prozent besonders betroffen. Beispielsweise stieg 2018 die Zahl der Masernerkrankungen in der Ukraine auf über 53.000 bei einer Impfquote von 31 Prozent. In Deutschland hingegen erkrankten nur 532 Menschen bei einer Impfquote von 97 Prozent. Ursachen für den Rückgang der Impfquoten sind dabei hauptsächlich weltanschauliche Gründe, ein Erstarken der Impfgegnerszene und medizinische Bedenken der Patienten.

Hohe Impfquote verhindert Ausbrüche

Laut Daten der WHO gelang es Ländern mit einer hohen Impfquote, den Ausbruch von Infektionskrankheiten zu verhindern und vor importierten, ansteckenden Krankheiten zu schützen. Ob sich jemand für oder gegen eine Impfung entscheidet, hat auch Auswirkungen auf den Rest der Bevölkerung: Hohe Impfquoten von 95 Prozent sind nötig, um eine sogenannte „Herdenimmunität“ zu erreichen. Diese Herdenimmunität ist wichtig, um auch Neugeborene und Kleinkinder vor ansteckenden Krankheiten zu schützen, da sich ihr Immunsystem noch entwickelt und sie deshalb manche Impfungen noch nicht erhalten können. Laut Daten der ECDC (Europäisches Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten) waren 92 Prozent der an Masern erkrankten Menschen in der WHO-Europaregion nicht oder nur ausreichend geimpft. Dabei waren 94 Prozent der nicht geimpften Erkrankten zu jung für eine Impfung und hätten somit von einer Herdenimmunität profitiert.

Quelle: Ärztezeitung

Autor: Christina Winzig

Erfolgreiche Raucherentwöhnung


© FabrikaSimf/Shutterstock.com

Weltweit gehört Deutschland zu den 9 Ländern mit den meisten Rauchern. Auf der Suche nach alternativen Entwöhnungsmitteln untersuchten Forscher den Nutzen von E-Zigaretten auf einen Rauchstopp – mit mehrdeutigem Ergebnis.

Britische Studie zu verschiedenen Entwöhnungsmitteln

Über den Nutzen von E-Zigaretten bei der Raucherentwöhnung sind sich die Experten uneinig. Vor diesem Hintergrund führten Wissenschaftler der Queen Mary Universität in London an insgesamt 886 Rauchern eine mehrzentrige Studie zum Nutzen verschiedener Entwöhnungsmethoden durch. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 41 Jahre alt und rauchten 15 Zigaretten pro Tag im Mittel.

Peter Hajek und sein Team teilten die Raucher in 2 Gruppen ein: Die Probanden der ersten Gruppe erhielten eine E-Zigarette mit Liquid. Die anderen Teilnehmer durften frei zwischen Formen der herkömmlichen Nikotinersatztherapie wählen und kombinieren: Pflaster, Kaugummi, Lutschtablette, Nasenspray, Inhalator, Mundstreifen und Mikrotabs. Alle Teilnehmer sollten mindestens 4 Wochen an begleitenden Therapiesitzungen teilnehmen. Nach einem Jahr testeten die Wissenschaftler mit Hilfe eines Atemtests die Teilnehmer auf eine erfolgreiche Tabakentwöhnung.

Weg von Tabakzigaretten, aber Nikotinsucht bleibt

Von 438 Personen verzichteten mit E-Zigaretten 79 Teilnehmer auf Tabak (18 Prozent), aus der Gruppe mit Nikotinersatzprodukten erreichten nur 44 von 446 Personen Tabakabstinenz (9,9 Prozent). Von den 79 Probanden, die mit Hilfe der E-Zigarette das Tabakrauchen eingestellt hatten, rauchten nach einem Jahr noch 80 Prozent regelmäßig E-Zigarette. Demgegenüber setzten noch 9 Prozent der Teilnehmer, die mit Nikotinersatzprodukten erfolgreich waren, auch nach einem Jahr noch eine Nikotinersatztherapie ein. Laut Hajek bedeuten die Ergebnisse, dass 9 Prozent der Teilnehmer mit den Nikotinersatzprodukten ihre Nikotinsucht überwinden konnten gegenüber von 3,7 Prozent in der E-Zigaretten-Gruppe.

Sowohl E-Zigaretten als auch Nikotinersatzprodukte wurden als weniger befriedigend als Tabakzigaretten empfunden, wobei die E-Zigaretten-Nutzer insgesamt etwas zufriedener mit der Entwöhnungsmethode waren und seltener unter Reizbarkeit und Unruhe litten.

Experten uneinig in Studienbewertung

Für Heino Stöver, Direktor des Instituts für Suchtforschung Frankfurt, belegt die Studie zum ersten Mal, dass die E-Zigarette einen wesentlichen Beitrag zum Rauchstopp leistet. „Wir sollten nicht vorschnell Methoden aus dem ohnehin nicht prall gefüllten Köcher der Rauchstopp-Methoden werfen“, mahnt Stöver.
Sven Schneider, Leiter der Forschungsabteilung Kindergesundheit am Mannheimer Institut für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin, hält die intensive therapeutische Betreuung der Studienteilnehmer dagegen für „wenig realitätsnah“. Weiterhin zeigen laut Schneider die Ergebnisse, dass die Teilnehmer ihre Nikotinsucht nicht besiegen konnten. Er äußert sich besorgt darüber, dass immer mehr Nichtraucher den Einstieg in den Nikotinkonsum über die E-Zigarette finden.

Quelle: Ärzteblatt

Autor: Simone Lang

Hautpflege im Winter


© goodluz/Shutterstock.com

Niedrige Temperaturen, kalte Winde und trockene Heizungsluft setzen unsere Haut in den Wintermonaten sehr zu. Experten der Landesapothekerkammer Hessen geben hilfreiche Tipps zu Cremes und Wirkstoffen.

Rissige und schuppige Haut – mit der richtigen Creme bald Vergangenheit

Die Talgdrüsen der Haut produzieren mit sinkenden Temperaturen immer weniger Fett, zusätzlich wirken Wind, Regen und Schnee austrocknend auf die schützende Hautbarriere. Die Folge sind kleine Hautrisse an Fingern, Füßen oder Ellenbogen und eine gespannte, juckende Haut.

Hautpflegeprodukte sollten im Winter grundsätzlich einen höheren Fettanteil und weniger Feuchtigkeit enthalten. Die Inhaltsstoffe Panthenol, Pantothensäure, Allantoin und Vitamin E wirken rückfettend und Harnstoff (Urea) ist ein guter Feuchtigkeitsspender. Welches Pflegeprodukt zu welchem Hauttyp passt, erfahren Interessierte in der Apotheke vor Ort.

Gepflegter Pistenspaß

Wasserarme Lipogele, Fettpasten oder Wasser-in-Öl-Cremes dienen als ideale Grundlage für einen Tag auf der Piste. Darüber wird ein Hautöl oder eine dünne Schicht Kälteschutzcreme aufgetragen. Beide verhindern das Verdunsten von Flüssigkeit und halten die Kälte ab. Ein Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor schützt vor der starken UV-Strahlung in den Bergen.
Nach einem Tag im Freien sollte auf ein zu heißes Wannenbad zum Aufwärmen besser verzichtet werden. Eine kurze Dusche ist verträglicher für die Haut und ein rückfettender Zusatz für die Badewanne empfehlenswert. Nicht vergessen: Danach mit einer reichhaltigen Lotion eincremen.

Quelle: Landesapothekerkammer Hessen

Autor: Simone Lang

Wahl eines Pflegeheimes


© wavebreakmedia/Shutterstock.com

Mit der steigenden Anzahl von Pflegebedürftigen wächst die Zahl an Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten. Experten geben Tipps, woran Angehörige qualitativ hochwertige Angebote erkennen.

Pflegeeinrichtungen werben mit modernem Wohnambiente, individuellen Betreuungskonzepten und zuvorkommendem Pflegepersonal. Vielen Angehörigen fällt es dadurch schwer, eine Pflegeeinrichtung für den Pflegebedürftigen zu wählen. „Wichtig ist, sich nicht von Hochglanz-Prospekten blenden zu lassen“, rät Uwe Vogt vom Serviceteam der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in Dresden. „In erster Linie sollten eine qualifizierte Betreuung und eine gute Einbindung in die medizinische Versorgung ausschlaggebend für die Wahl eines Anbieters sein.“

„Pflegelotse“ der KKH hilft bei der Suche

Bei der Wahl eines geeigneten Heims für Pflegebedürftige hilft die Suchmaske „Pflegelotse“der vdek (Verband der Ersatzkassen), die auch Fremdversicherten zur Verfügung steht. Die ermittelten Vorschläge enthalten Bewertungen durch den Medizinischen Dienst der Verband de Ersatzkassen. Dieser hat deutschlandweit ambulante Pflegedienste und stationäre Pflegeeinrichtungen anhand von Qualitätskriterien geprüft und benotet.

Heime zu verschiedenen Tageszeiten besuchen

„Das derzeitige Prüf- und Benotungssystem von ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen ist eine Orientierungshilfe, bildet die Realität aber leider nicht vollständig ab“, kommentiert Vogt. Ein Besuch der potentiellen Pflegeeinrichtungen hilft Angehörigen, sich ein eigenes Bild von der Einrichtung zu machen. „Am besten sucht man die Heime zu verschiedenen Tageszeiten auf, um den Alltag mitzuerleben. Auch ein Gespräch mit anderen Heimbewohnern oder deren Angehörigen kann hilfreich sein“, rät Vogt.

Worauf Sie bei der Wahl der Einrichtung achten sollten

Besichtigen Angehörige eine Pflegeeinrichtung, sollten sie insbesondere auf folgende Dinge achten:

  • Ist das Pflegepersonal freundlich und nimmt sich Zeit für die Bedürfnisse der Heimbewohner?
  • Gibt es ein Pflegeleitbild im Haus?
  • Wie viele Betreuer versorgen wie viele Bewohner?
  • Sind die Bewohner an der Organisation beteiligt (Heimbeirat)?
  • Wird nach Qualitätsstandards gepflegt, zum Beispiel im Falle von Druckgeschwüren (Dekubitus)?
  • Ist das Personal für Patienten mit Demenz speziell geschult?
  • Gibt es ein Konzept zur Sturzprophylaxe?
  • Sind alle anfallenden Kosten in einer Preisliste aufgeschlüsselt und verständlich dargestellt?

In manchen Einrichtungen ist zudem ein Probewohnen möglich. Auch nachdem die Entscheidung für einen Anbieter gefallen ist, sollten Angehörige darauf achten, dass die Betreuung keine Mängel aufweist und das Personal die vereinbarten Leistungen erbringen. Weist die Betreuung erhebliche Mängel auf, sind die Krankenkassen die richtigen Ansprechpartner und beraten Betroffene und Angehörige.

Autor: Julia Schmidt/KKH