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Allergie oder Erkältung?


© Robert Kneschke/Shutterstock.com

Nicht nur im Winter – auch im Frühling haben Schnupfennasen Hochsaison. Die Ursachen sind vielseitig. Während die einen noch mit einer verspäteten Erkältung kämpfen, leiden die anderen bereits unter den ersten Pollen. 

Allergischer Schnupfen - Niesanfälle, brennende Augen und Schleimhäute

10 Prozent der Kinder und 5 Prozent der Erwachsenen leiden unter einem allergischem Schnupfen. Dieser stellt sich ein, wenn das Immunsystem verstärkt auf an sich harmlose Blütenpollen reagiert. Typisch sind nimmer enden wollende Niesanfälle und eine laufende Nase. Je nach Betroffenem kommen tränende Augen, eine juckende Rachenschleimhaut oder Asthmaanfälle hinzu. Einige reagieren in der Allergiezeit auch auf Lebensmittel wie Nüsse, Äpfel, Erdbeeren oder Tomaten.

Erkältungsschnupfen - zuerst läuft die Nase, dann ist sie verstopft

Ein Erkältungsschnupfen entsteht unter Einwirkung von Viren. Zu Beginn äußert er sich in Form eines Fließschnupfens mit wässrigem, klaren Nasensekret. Später verdickt oder verfärbt sich der Schleim und verstopft Nasen- oder Stirnhöhlen. Häufig geht der Erkältungsschnupfen mit Halsschmerzen und Husten einher.

Das passende Spray für Erkältungspatienten und Allergiker

Ob Allergie oder Erkältung – für jede Schnupfennase gibt es das passende Nasenspray. In der akuten Erkältungsphase erleichtern abschwellende Sprays die Nasenatmung. Sie sind maximal dreimal täglich über fünf Tage einzunehmen und lassen sich gut mit befeuchtende Salz- oder Meerwassersprays kombinieren. Allergiker erhalten diese Medikamentenform mit antiallergischen Wirkstoffen. Bei starken allergischen Beschwerden empfiehlt sich ein Spray mit Glukokortikoiden.

Autor: Susanne Schmid/ABDA

Hausarzt statt Warteliste


© SHYPULIA TATSIANA/Shutterstock.com

Panikstörungen sind häufig, verfügbare Therapieplätze aber leider selten. Betroffene warten oft monatelang, bevor sie eine passende Betreuung finden. Nun zeigt eine Studie: Hausärzte könnten die Versorgungslücke schließen.

Verhaltenstherapie beim Hausarzt

Meist ist der Hausarzt der einzige Ansprechpartner für Menschen mit Panikstörungen. Eine Betreuung, die durchaus effektiv sein kann – wie eine Studie mit 419 Patienten jetzt ergab. Dabei nahmen 73 Hausarztpraxen an einem Projekt teil, das Patienten im Rahmen eines Übungsprogramm gegen Panikstörungen begleitete. Das Therapieprogramm enthält Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie und wird ambulant durchgeführt. Über 23 Wochen werden Betroffene dabei unterstützt, mindestens zweimal wöchentlich selbstständig Übungen durchzuführen. Diese beinhalten sowohl Körper- als auch situative Expositionsübungen, also Übungen, bei denen sich Patienten angstauslösenden Situation aussetzen. Zusätzlich erhalten die Teilnehmer ein Therapiebegleitbuch und protokollieren ihre Beschwerden. Begleitet wird das Therapieprogramm vom Hausarzt, der den Patienten vier strukturierte Arzttermine anbietet. Wichtige Ansprechpartner sind aber auch die medizinischen Fachangestellten, die die Betroffenen regelmäßig telefonisch kontaktieren und zum Therapieverlauf und – erfolg befragen.

Stabile Erfolge über 12 Monate

Eine Strategie, die auch nach 12 Monaten noch Erfolg zeigte: Teilnehmer des Interventionsprogramms litten im Vergleich zu Patienten aus der Kontrollgruppe seltener unter Panikattacken, waren weniger depressiv und legten weniger Vermeidungsverhalten an den Tag. Vor allem Körperübungen wurden von den Patienten gut angenommen und besser akzeptiert als eine Therapie mit Psychopharmaka. 

Quelle: Ärzteblatt

Autor: Sara Steer

So lange hält das neue Knie


© Syda Productions/Shutterstock.com

Gelenkersatz ist in Deutschland Routine: Mehr als 400 000 Patienten benötigen jährlich ein neues Knie oder eine neue Hüfte und bekommen sie auch. Gretchenfrage dabei: Wie lange hält so eine Gelenkprothese?

Patientenregister geben Auskunft

Ob Kniearthrose oder Hüftkopfnekrosen – Knie- und Hüftprothesen haben Hochkonjunktur. Vor der Operation interessieren sich die Patienten natürlich ganz besonders für die Überlebenszeit des geplanten Gelenkersatzes. Um diese Frage zu beantworten, haben britische Forscher jetzt entsprechende Fallserien aus speziellen Zentren und zwei nationalen Patientenregistern gesichtet.

Knieprothesen halten länger

Bei den über 200 000 Hüftprothesen-Patienten waren nach 15 Jahren noch knapp 90% der künstlichen Hüften im Einsatz, nach 20 Jahren etwa 70% und nach 25 Jahren noch knapp 58%. Die etwa 300 000 Knieprothesen hielten länger, hier schaffte die Totalendoprothese Überlebensraten von 93% nach 15 Jahren und 82,3% nach 25 Jahren.

Im Einzelfall lässt sich die Überlebenszeit künstlicher Gelenken natürlich nicht präzise vorhersagen, dazu spielen individuelle Faktoren wie die zugrundeliegende Erkrankung, mögliche Infektionen, Lockerung des Implantats oder weitere Faktoren eine zu große Rolle. Die Kenntnis über mittlere Überlebenszeiten von Prothesen kann betroffenen Patienten aber durchaus dabei helfen, sich für oder gegen ein künstliches Gelenk zu entscheiden.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Autor: Dr. med. Sonja Kempinski

Was man über Stuhl wissen sollte


© New Africa/Shutterstock.com

Kot, Fäzes, Stuhl – egal wie man das Endprodukt unserer Verdauung nennt, es eint uns alle. Und ist dabei abstoßend und wunderbar zugleich, findet der amerikanischer Forscher Tim Newman, der allerhand Wissenswertes über den Stuhlgang zu sagen hat.

Was steckt drin?

Zunächst, woraus bestehen die durchschnittlich 120 g Stuhlmasse, die jeder Mensch täglich produziert? Zu 75% aus Wasser, und bis zur Hälfte der Trockenmasse aus toten und lebenden Mikroorganismen, schreibt Tim Newman in Medical News Today. Der Rest sind unverdaute Kohlenhydrate, Fasern, Fett, Proteine und Stoffwechselabbauprodukte sowie tote Schleimhautzellen aus der Darmwand. Damit ist auch die Hauptaufgabe des Stuhls klar umrissen: Er ist die Müllabfuhr unseres Körpers.

Hoch sitzen, tiefer sitzen oder hocken?

Wie man den Stuhl am besten los wird, ist ebenfalls eine spannende Frage: Je nach Kultur entleeren sich die Menschen nämlich auf unterschiedliche Weise. Dabei zeigte eine 2013 durchgeführte Studie: In Hockstellung entleert sich der Darm im Gegensatz zum Sitzen auf einer normal hohen oder tiefer hängenden Toilette am leichtesten. Doch Hocken ist womöglich nicht nur befriedigender und effektiver, es könnte auch gesünder sein: Immerhin treten in Dritte-Welt-Ländern – wo diese Art des Stuhlgangs präferiert wird – seltener Hämorrhoiden, Verstopfung und Divertikulose auf.

Stuhlbewohner: Segen?

Unser Darm ist randvoll mit Mikroorganismen, ebenso der Stuhl. Sie helfen beim Verdauen und sind wichtige Helfer des Immunsystems. Wenn wir unsere emsigen Mitbewohner verlieren - zum Beispiel bei einer Therapie mit Antibiotika - können wir krank werden. Genauso können wir aber gesünder werden, wenn wir sie zuführen: Seit einigen Jahren behandeln Ärzte bestimmte Erkrankungen mit Stuhltransplantationen, d.h. sie instillieren bei einer Darmspiegelung den Stuhl gesunder Spender in den Darm Kranker. Dort richten die Bakterien sich ein, vermehren sich fleißig und bringen so die Darmflora wieder ins Gleichgewicht.

… oder Fluch?

Die Stuhlbewohner haben aber auch eine Kehrseite: Milliarden von Menschen produzieren täglich enorme Mengen von Stuhl. Die Massen von Mikroorganismen, die sich darin tummeln, gelangen ins Abwasser und bedrohen die Umwelt. Experten fürchten, dass das Bewässern von Pflanzen mit stuhlverunreinigtem Abwasser die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen bei Bakterien fördert.

Warum ekeln wir uns davor?

Egal in welcher Kultur - Menschen ekeln sich vor Stuhl und halten sich lieber fern davon. Grund sind wieder die Mikroorganismen - denn Stuhl kann eine Menge von Krankheitserregern übertragen. Im Laufe der Evolution haben wir gelernt, uns davon besser fernzuhalten und einen Ekel zu entwickeln. Das ist evolutionstechnisch höchst sinnvoll, denn der Ekel bewahrt uns vor Ansteckung mit gefährlichen Bakterien, Parasiten oder Viren und sichert daher unseren Fortbestand.

Warum stinkt das so?

Der unangenehme bis pestilenzartige Geruch von Fäkalien unterstützt den angeborenen Ekel dabei, uns von fremden und eigenen Ausscheidungen fernzuhalten. Das dafür nötige Stuhl-Bukett entsteht durch einen bunten Strauß chemischer Verbindungen, die z. T. von den Mikroorganismen produziert werden, z.T. Bestandteile der Nahrung sind. Typische Duftstoffe dabei sind Methylsulfide, Indole, Skatole und Schwefelwasserstoff.

Und wie kommt der Stuhl auf den Mond?

Ganz einfach: Neil Armstrong hat ihn dagelassen. 4 Beutel Stuhl zieren seit 1969 die Oberfläche des Mondes.

Quelle: Medical News Today

Autor: Dr. med. Sonja Kempinski

Gut vorbereitet ins Arztgespräch


© Syda Productions/Shutterstock.com

Patienten erwarten viel von einem Arztgespräch. Doch wie lassen sich alle Fragen und Anliegen in der kurzen Zeit vorbringen und was ist bei Verständnisproblemen zu tun?

Knappe Gesprächszeit optimal nutzen

Das Arztgespräch ist wie alle Formen der Kommunikation ein Austausch von Informationen. Der Arzt benötigt Hinweise zu Krankheitsverlauf und Symptomen, während sich der Patient Antworten auf seine Fragen erhofft. Damit der Austausch in der relativ knapp bemessenen Zeit funktioniert, ist eine gute Vorbereitung unerlässlich. „Am besten stellt man eine Liste mit den Medikamenten zusammen, die man aktuell einnimmt – auch die nicht verschreibungs- oder apothekenpflichtigen – und notiert alle laufenden Behandlungen“, empfiehlt Frau Utzig, Expertin für ärztliche Betreuung bei der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK). Auch Schmerztagebücher, Röntgenbilder oder Berichte von Heilpraktikern und Fachärzten sind hier von Vorteil.

Welche Informationen sind für das Arztgespräch wichtig?

Auf dem Weg zur richtigen Diagnose bieten die Hinweise des Patienten eine wichtige Orientierung. Am besten er macht sich im Vorfeld Gedanken zu den drei W-Fragen und notiert sich die Antworten auf einem Notizzettel:

  • Wo äußern sich die Beschwerden? Beispielsweise wandern einige Schmerzen über den Körper, während andere in weitere Körperteile ausstrahlen
  • Wann treten sie auf? Hier ist von Interesse, in welcher Situation sich die Beschwerden zeigen, wie schnell sie kommen und gehen und seit wann sie bestehen.
  • Wie fühlen sich die Beschwerden an? Wo lassen sie sich auf einer Skala von eins bis zehn einordnen und welche bildhaften Vergleiche bieten sich an? Schmerzen lassen sich zum Beispiel als Drücken, Stechen, Hämmern oder Brennen umschreiben.

Welche Fragen lohnen sich?

Auch der Patient erhofft sich Informationen. Beate Landgraf, psychologische Beraterin bei der SBK, ermutigt die Patienten dazu, vor allem in Zeitnot die wichtigsten Fragen zu stellen. Lohnende Themen sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamente, zu erwartende Nebenwirkungen, alternative Behandlungsmethoden und die voraussichtliche Behandlungsdauer. Peinliche Fragen gibt es nicht, so Landgraf. Bei Verständnisproblemen darf gern nachgehakt werden und auch die Frage nach der ärztlichen Zweitmeinung ist kein Tabu. Schließlich verfolgen beide Gesprächspartner dasselbe Ziel: das Wohlergehen des Patienten.

Autor: Susanne Schmid/Siemens Betriebskrankenkasse